Zündung

Folgendes Werkzeug wird benötigt: Stablehre, Durchmesser 6 mm, ca.120 – 150 mm lang (es kann auch ein Niet-, Splint- oder ein umgebauter (Kreuzschlitz-) Schraubendreher mit 6 mm Durchmesser sein), 1 Satz Fühlerlehre (0,4 mm), Schraubendreher mittlerer Größe, Maul- oder gekröpfter Ringschlüssel SW 10 m, Prüflämpchen (die preiswerten mit Krokoklemme),
Wenn vorhanden: Motorandrehkurbel
Wenn vorhanden: Schließwinkelmessgerät
Evtl.: Durchgangsprüfgerät

 

So, jetzt geht’s los: Der Abstand der Zündkontakte wird als erstes gemessen: also Verteilerkappe mit den zwei Clipsen vom Unterteil gelöst und - wenn der Leerlauf eingelegt ist - solange an der Kurbel drehen (lassen) bis der Unterbrecherhebel voll abgehoben ist. Jetzt wird mit der Fühlerlehre der Abstand zwischen Amboss und Hammer gemessen. Er ist richtig, wenn er 0,4 mm aufweist. Eine korrekte Messung ist jedoch nur bei neuen Kontakten möglich. Bei gebrauchten, steinalten Exemplaren hat eine Kontaktwanderung stattgefunden, d.h. es hat sich ein Kraterrand gebildet und die Fühlerlehre liegt am Kraterrand und auf der Höckerspitze an. Somit misst man einen zu geringen Abstand - oder - der tatsächliche Abstand ist größer. Wenn man sich die Kosten für neue Kontakte sparen will (ein Fehler) kann sich auch mit einem Schließwinkelmessgerät weiterhelfen. Man misst also den Schließwinkel. Der Schließwinkel ist vom Kontaktabstand und der Form des Unterbrechernockens abhängig. Allgemein liegt der Winkel zwischen 40 und 60 Grad zwischen zwei Zündpunkten. Zum Nachstellen des Kontaktabstandes ist die Befestigungsschraube am Amboss zu lösen und die exzentrisch wirkende Nachstellschraube so weit zu drehen, bis der richtige Abstand erreicht ist. Der Schließwinkel beim 4-Zylinder-Traction beträgt dann 56 Grad. Sind die Kontakte stark verbrannt, sollte man sich nicht nur mal einen Satz Neue gönnen, sondern auch den Kondensator wechseln. Er ist auf jeden Fall zu prüfen. Wenn Durchgang festzustellen ist, ist er unbrauchbar.

 

Einstellung des Zündzeitpunktes

 

Die Zündeinstellung am Armaturenbrett steht auf Mitte! Die Stablehre wird vorsichtig in das dafür vorgesehene Loch auf der linken Seite der Differentialglocke eingeführt: Während die helfende Person ebenso vorsichtig an der Kurbel dreht, übt man minimalen Druck auf die Stablehre aus - bis sie - wenn der erste Zylinder fast auf Verdichtungshubende steht - sanft in die dafür vorgesehenen Bohrung der Schwungscheibe rutscht. Das ergibt beim Perfo-Motor des Tractions eine Kurbelwellenstellung (Vorzündung) von ca. 8 Grad. Beim 11D-Motor haben wir bereits (die erforderlichen) 12 Grad.

 

Das bedeutet für unsere Grundeinstellung Folgendes:

Wir bringen die Prüflampe an. Die Krokoklemme kommt an die seitliche Schraube/Mutter des Zündverteilers – das Prüflämpchen sticht man mit der Nadel in das Kabel des Minuspols der Bordbatterie. Dann lösen (nicht ausbauen) wir die Festhalteschraube des Verteilers – SW 10 und drehen ihn entgegen dem Uhrzeigersinn bis das Prüflämpchen aufleuchtet. Beim Perfo sind nun diese ominösen, d.h. fehlenden 4 Grad erreicht, damit man heutiges Benzin fahren kann. Ob Super oder Normal – das hängt von der Tankstelle des eigenen Vertrauens ab. Beim 11D-Motor sollte das Lämpchen sofort aufleuchten, wenn nicht: entgegen den Uhrzeiger drehen… Dies ist nur eine grobe Voreinstellung. Zur Feineinstellung komme ich später. Nun kann man den Zündverteiler festziehen und die Stablehre wieder entfernen!!!

Wer’s vergisst, hat sein Wochenende bereits verplant. Für hauptamtliche Vergesser folgender Tipp: der Zündschlüssel und die Stablehre hängen immer am gleichen Schlüsselbund. So vermeidet man ein versehentliches Starten mit eingeführter Stablehre. Diese Stablehre, Niet o.ä. neigt dazu, sich bereits beim ersten Startversuch böse zwischen Differentialglocke und Schwungscheibe zu vernieten. Manchmal hilft dann nur ein Komplettausbau – deshalb: nicht träumen bei der Arbeit. Wenngleich, fragt man uralte Tractionfahrer, so erhält man hinter vorgehaltener Hand das Geständnis, dass auch sie schon mal vergessen haben, den Stab zu entfernen und das Fluchen wäre noch im Nachbarort zu hören gewesen….

 

Einstellung des Zündzeitpunktes

 

Die Zündeinstellung am Armaturenbrett steht auf Mitte!

Zur Feineinstellung: Bei warmen Motor sollte die Drehzahl so zwischen 700 und 750 Upm liegen. Er sollte ruhig und ohne platschen oder verschlucken “Gas annehmen“. Tut er’s nicht, so lösen wir die Festhalteschraube am Verteiler (SW 10) und drehen ihn nach rechts oder links bis er sauber läuft. Es gehört ein klein wenig Erfahrung dazu und man kann den Motor “nach Gehör“ einstellen. Bei kaltem Motor oder mit gezogenem Choke kann man keine ordentliche Einstellung hinkriegen. Zum Schluss: Festdrehen des Verteilers nicht vergessen. Auch wenn einige Spezialisten behaupten, die Handverstellung der Zündung am Armaturenbrett wäre nur zum Ausgleich von schlechtem und noch schlechterem Benzin da – jeder kann mal bei einer Bergfahrt eine Drehung nach rechts oder links wagen und den Unterschied im “Anzug“ selber “erfahren“. WB